Das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) zählt zu den führenden Forschungs- und Vermittlungseinrichtungen für die Geschichte und Kultur des östlichen Europa. Unser breiter, disziplinenübergreifender Dialog sowie unsere historische Spannweite sind einzigartig: Von A bis Z, von der Antike bis zur Zeitgeschichte, untersuchen wir die Besonderheiten und Veränderungen dieser historisch wie gegenwärtig so wichtigen Großregion. Im Fokus stehen Themen, die zu den drängendsten Herausforderungen unserer Zeit gehören: Globalisierungsdynamiken und Migration, Wissensordnungen und konkurrierende Geschichtsbilder, Umwelt und Gewalt. Das seit 2010 in der Leipziger sowie seit 2025 auch in der Prager Innenstadt ansässige GWZO beschäftigt ca. 90 Mitarbeiter*innen aus dem In- und Ausland.
In der Abteilung „Verflechtung und Neuordnung“ (bisher „Verflechtung und Globalisierung“)
ist zum 1. Juni 2027
die Abteilungsleitung (m/w/d)
zu besetzen.
Die Vollzeitstelle wird mit der Entgeltgruppe 15 TV-L vergütet. Die Stelle ist zunächst befristet auf zwei Jahre, mit der Option auf Entfristung. Arbeitsort ist Leipzig.
Im Zentrum der Abteilung steht die Erklärung historischer, zum Teil bis in die Gegenwart wirkender Verflechtungsprozesse des östlichen Europas in Gesellschaft, Kultur, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Wissenschaftler*innen aus mehreren Disziplinen untersuchen die Position dieser Region innerhalb der globalen West-Ost- und Nord-Süd-Verflechtungen.
Die bislang vier Themenfelder der Abteilung (Interkulturalität, Internationale Positionierungen, Weltwirtschaft, Wissenszirkulation) werden ab 2027 verändert. Ein neues Feld („Glokale Ordnungen“) fragt, wie im östlichen Europa Gesellschafts-, Wirtschafts- und Rechtsordnungen im Spannungsfeld globaler und lokaler Einflüsse entstanden sind. Es interessiert, wie sich diese Ordnungen entwickelten, stabilisierten und zugleich immer wieder in Frage gestellt, erschüttert, zerstört oder neu ausgestaltet wurden. Angesichts aktueller Dynamiken von (De-)Globalisierung, Renationalisierung und Blockbildungen richtet die Abteilung ein Augenmerk auf Konflikte und Kriege (zweites neues Themenfeld „Dynamiken der Gewalt“). Ein drittes Themenfeld ist von der neuen Abteilungsleitung unter Einbezug aktueller Abteilungsstärken und eigener Foki festzulegen, ebenso wie die genaue Benennung und Akzentuierung der oben genannten Themenfelder im Gesamtpaket vorzunehmen ist.
Die Geschichtswissenschaft ist in der Abteilung bereits durch entfristete Stellen sowie durch die Forschungsprojekte der Direktorin stark vertreten. Bewerbungen von historisch arbeitenden Literaturwissenschaftler*innen und Kunsthistoriker*innen mit ausgewiesenem transnationalem/ globalhistorisch einbettenden Forschungsprofil, die in der Lage wären, solch eine historische Abteilung konzeptuell zu leiten, sind deshalb erwünscht.
